Häufig gestellte Fragen

Die meistgestellten Fragen rund um die Evang. Brüdergemeinde

Ist die Evang. Brüdergemeinde Korntal eine Freikirche?

Die Evang. Brüdergemeinde Korntal hat mit Ihrer Gründung im Jahr 1819 von König Wilhelm I von Württemberg das Privileg erhalten, eine selbstständigen „bürgerlich-religiösen Gemeinschaft“ zu sein. Als eigenständige Körperschaft öffentlichen Rechts ist sie zugleich von Anfang an mit der Württembergischen Landeskirche durch Vereinbarungen verbunden. Die meisten Mitglieder der Brüdergemeinde haben eine Doppelmitgliedschaft: eine aktive Mitgliedschaft in der Brüdergemeinde, aber auch eine sog. ruhende Mitgliedschaft in der Landeskirche. Es bedarf also keines Austritts aus der Landeskirche um in der Brüdergemeinde Mitglied zu werden.
Daneben haben in Brüdergemeinde auch eine Reihe von Mitgliedern ihre geistliche Heimat gefunden, die bisher in anderen Freikirchen zuhause waren und darum nur die Mitgliedschaft in der Brüdergemeinde angenommen haben.
Die Brüdergemeinde hat also eine Mittelstellung zwischen einer landeskirchlicher Kirchengemeinde und Freikirchlichen Gemeinde inne.

Welches Bekenntnis hat die Brüdergemeinde?

Am 28. Februar 1817 reichte der Gemeindegründer Gottlieb Wilhelm Hoffmann am Königshof in Stuttgart das Ersuchen zur Gründung einer religiös selbstständigen Gemeinde ein. Im Jahr 1818 wurde Hoffmann von der Regierung aufgefordert, das Glaubensbekenntnis der zu gründenden Gemeinde vorzulegen. Hoffmann übergab daraufhin das Augsburger Bekenntnis (CA) von 1530, allerdings mit einigen Weglassungen und Zusätzen.
Bei den meisten der 30 Artikel der CA werden die, die anders lehren „verdammt“. Die Korntaler Fassung ließ diese Verdammungsurteile weg mit der Begründung, dass aller Religionshass verabscheut wird. Vielmehr sollen sich die Kinder Gottes, egal welcher geistlichen Prägung, gegenseitig als Brüder und Schwestern anerkennen.
Ein wichtiger Zusatz aus damaliger Zeit betraf den CA-Artikel XVI. Dort wird den Christen erlaubt, Eide gegenüber der Obrigkeit abzulegen. Die Korntaler Gründer aber waren der Meinung, dass es nach Matth 5,34-37 und Jak 5,12 den Christen verboten sei einen Eid zu leisten; sie seien aufgrund der Wahrhaftigkeit Christi jederzeit der Wahrheit verpflichtet. Daher erhielten die Mitglieder der neuen Gemeinde das Privileg keinen „körperlichen Eid“ ablegen zu müssen.

Was hat es auf sich mit der Bezeichnung „das heilige Korntal“?

Das „Heilige Korntal“ ist seit der Gründung des Ortes durch die Mitglieder der Evang. Brüdergemeinde ein stehender Begriff. Nicht etwa, weil die Menschen, die hier siedelten, besser oder „heiliger“ sein wollten als andere. „Mit Ernst Christ sein“, diesen Wunsch Martin Luthers hatten sich die Gründer Korntals auf die Fahnen geschrieben. Der Glaube sollte kein Lippenbekenntnis sein, sondern auf einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und auf dem Vertrauen auf sein Wort gründen.  ( hier evtl. noch der Hinweis auf Predigt von Pfr. Friederich bei Saalweihe

Wie wird man Mitglied in der Evang. Brüdergemeinde Korntal?

Die Evang. Brüdergemeinde war und ist von ihrem Anfang an ein Zusammenschluss von Menschen, die bewusst im Glauben an Jesus Christus leben wollen. In der Bibel wird für das Leben in der Gemeinde Jesu das anschauliche Bild von einem menschlichen Organismus verwendet. Dabei bildet Jesus Christus den Kopf des Körpers und damit die Schaltzentrale, die Menschen, die zu ihm und seiner Gemeinde gehören stellen die einzelnen Körperglieder dar. Jedes unterschiedlich begabt, aber jedes unverzichtbar (1Kor 12,12ff)
Daher wird man in der Evang. Brüdergemeinde weder durch Geburt noch durch Taufe Mitglied. Christen, die sich mit Jesus verbunden wissen und in seiner Nachfolge leben wenden sich an die Gemeindeleitung mit der Bitte in die Gemeinde aufgenommen zu werden. Nach einem Gespräch mit einem der beiden Vorsteher wird der Versammlung aller Mitglieder (Brüdergemeindeversammlung) die Aufnahme vorgeschlagen und diese entscheidet darüber.
Die offizielle Aufnahme in die Brüdergemeinde geschieht einmal jährlich bei einer Brüdergemeindeversammlung Ende November. In den letzten Jahren sind pro Jahr zwischen 20 und 50 Personen in die Gemeinde eingetreten

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Warum gibt es in Korntal einen Israelladen?

Das Christentum hat die gleichen Glaubenswurzeln wie das Judentum und das Volk Israel ist das auserwählte Volk Gottes. Für uns als Menschen, die an den Gott der Bibel glauben, sind dies zwei zentrale Beweggründe, weshalb wir das reiche religiöse und kulturelle Erbe des Judentums bewahren möchten.

Mit unserem Israelladen, den es seit 1997 gibt, setzen wir ein bewusstes Zeichen der Verbundenheit zwischen Christen und Juden. Nach der schweren Erfahrung des Holocaust, die Juden und Deutsche leidvoll  miteinander verbunden hat, ist es uns aber genauso wichtig, die Freundschaften zwischen Israel und Deutschland aktiv zu gestalten. Unsere Waren kommen u.a. aus Kunstwerkstätten, Kibbuzim und kleineren Betrieben. Durch das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiterinnen kann der Gewinn des Ladens für zahlreiche soziale Projekte in Israel verwendet werden.