BG-Blättle Nr. 2

Gemeinschaft trotz Distanz

Jeden Morgen, kurz nach 9.00 Uhr, die gleiche Szene: Erst öffnet sich ein Fenster im Haus Wennagel und dann erscheint eine Trompete. Danach erschallt ein Choral in den Saalgarten. Täglich ein anderer Choral, immer 3 Strophen. Und das jetzt schon seit vielen Wochen! In den umliegenden Häusern öffnen sich Fenster und Türen. Schon manches Mal sind Leute, die gerade Brötchen eingekauft haben, oder aus anderem Anlass unterwegs waren, im Saalgarten stehen geblieben und haben den Tönen gelauscht.

Die kleine Fangemeinde um den Saalgarten dankt jeweils herzlich mit einem Applaus. Manche winken und rufen sich einen Gruß zu.

Auf diese Art und Weise haben wir auch schon vier Mal Anwohnern des Saalgartens ein Geburtstagslied gesungen! Diesen kurzen, aber herzlichen Gruß, möchte ich nicht mehr missen, denn ich empfinde von meinem Balkon aus, Nähe und Gemeinschaft mit meinen Nachbarn. Darum herzlichen Dank für diesen morgendlichen Choral-Gruß, bei dem das Stöhnen über die Corona-Beschränkungen schnell in den Hintergrund tritt. Solch ein Blickwechsel ist wohl auch mit Absicht gewünscht. Wunderbar und nachahmenswert diese Idee!

Wer kann von ähnlichen positiven Aktionen zur Ermutigung in der Corona Krise berichten?

Waltraud Wittek

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Für viele Menschen hat sich der Alltag in den letzten Wochen durch Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen sehr verändert. Auch bei uns. Durch den Lock down musste ich in unserem Orthopädieschuh-Betrieb den Großteil meiner Belegschaft in Kurzarbeit und verordneten Urlaub schicken. Existenzielle Fragen gingen mir durch den Kopf: Wie werden wir diesen Engpass bewältigen und wirtschaftlich überstehen?

Unser Gebet und unsere Hoffnungen fanden Halt in dem Wissen: Es ist Gottes Betrieb in dem wir die Geschäfte führen. Daher wird Er sich auch darum kümmern, wie es weiter geht.

Dann erlebten wir, wie sich Kunden meldeten (wenn auch deutlich weniger), denen wir konkret helfen konnten. Das hat uns sehr ermutigt. Gott ist und bleibt unser Versorger, auch in unsicheren Zeiten wie diesen, die wir gerade erleben.

Wie unser Betrieb läuft, hatten und haben wir auch ohne die Corona Krise nicht in der Hand. Schließlich hat Segen ja nicht nur mit wirtschaftlichem Erfolg zu tun. Segen ist, in Gottes Hand geborgen zu sein und das ist nicht von äußeren Umständen abhängig, auch wenn diese unsere Emotionen und seelische Lage stark beeinflussen. Wir erleben derzeit, dass die „Taktfrequenz“ unserer Aufträge langsamer ist und dennoch ausreicht. Das lässt uns hinterfragen, ob das, was vor der Krise “normal“ war, auch weiterhin so sein muss?

Ich möchte Mut machen, dass wir unser Vertrauen auf Gott setzen, der uns versorgt. Dann können wir auf seine Frage: „Habt ihr jemals Mangel gehabt?“ wie die Jünger Jesu antworten: „Niemals!“

Hartmut Schühle

Es geht weiter ...

Wir freuen uns sehr, dass wir den Israelladen wieder öffnen können. Ab 11. Mai ist der Israelladen also am Montag und Freitag jeweils von 10 bis 12 und von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Es werden auch gerne auch Bestellungen angenommen. Je nach Wunsch können diese abgeholt oder geliefert werden. Im Israelladen sind Orangen, Avocados und Datteln eingetroffen; ebenso der lang erwartete Granatapfelsaft, die geschätzten Handcremes und vieles mehr. Unser Sortiment ist wieder komplett. Bestellungen über D. Messner Tel. 0711-833 407 oder 0176-2748 3242.

Dorothea Messner

Arbeit mit Migranten und Lobpreismusik

International:  Auch wenn keine Gruppen und Kreise stattfinden können, kontaktiere ich einzelne Migranten, aber auch Mitarbeiter und versuche in Kontakt zu bleiben. Einen pakistanischen Freund besuchte ich mit Abstand außerhalb seines Zimmerfensters auf einem mitgebrachten Klappstuhl ;-). Zudem versuche ich, mir für einzelne Mitarbeiter Zeit zu nehmen, auch um manch persönliche Themen zu besprechen. Ermutigung, Nachfragen, Gebet: Das sind wichtige Dinge in dieser Zeit, besonders für unsere muslimischen Freunde, die im Fastenmonat Ramadan sind!

Musik: Als Lobpreisconnection-Leitung arbeiten wir intensiv an einem Songpool (Auswahl an Liedern für den 10.30 Uhr Gottesdienst) und überlegen, wie wir Schulungen oder Ermutigung für unsere Mitarbeiter anbieten können.

In all dem ist mir wichtig, nicht einfach jeder Idee nachzugehen, sondern im „Gleichschritt“ mit Gottes Geist zu sein und konstant zu beten: „Was ist dran, Herr?“

Benjamin Bär

Gottesdienst im Internet?!

Nach der Pressekonferenz am 13. März war klar, Gottesdienste sind auf unbestimmte Zeit verboten. Danach trafen Jochen Hägele und ich zwei Entscheidungen: 1. Wir bieten Gottesdienste im Livestream an. (Wie das funktionieren soll, wussten wir noch nicht). 2. J. Hägele kümmert sich um die Menschen und ich um die Technik.

Was dann alles zu bedenken war: Rechte, Lizenzen, Technik, Computer, Lichter, zu langsames Internet im Saal, Abläufe, Hygiene, Abstände, Arbeitsplätze und separate Eingänge in den Saal. Wie viele Personen sind erlaubt, haben wir die passenden Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen für die Übertragung, etc.  Und dann in den ersten Wochen jeden Sonntag das Bangen um 10:30 Uhr: klappt’s wohl? Ja, es hat geklappt, ... bis heute. Gott sei Dank!

Seit Karfreitag arbeiten wir nun mit der neuen eigenen Technik. Seit zwei Wochen ist auch die Übertagung ins Altenzentrum wieder angeschlossen, mit besserer Qualität als bisher.  Danke an dieser Stelle für alle Geduld und alles Mittragen. Danke an alle die sich schon an den Kosten beteiligt haben. Danke für alle Feedbacks, die wir, wenn immer möglich, umsetzen. Ich bin stolz auf euch ältere Geschwister, dass es viele geschafft haben, bei den Gottesdiensten online mit dabei zu sein. Wer noch Schwierigkeiten hat, möge sich bitte bei mir melden oder eine E-Mail schreiben an websupport@bruedergemeinde-korntal.de.

Als Ergänzung zum Live-Stream-Gottesdienst planen wir derzeit einen 9 Uhr-Gottesdienst mit Gemeindepräsenz (z.B. auf dem Saalplatz). Wir informieren zeitnah, wann wir damit starten können.

                                                                                                                                                                                    Reinhold Frasch

Das hätte ich doch gerne gewusst ...

Weil wir in dieser schwierigen Zeit relativ wenig voneinander erfahren, bleiben so manche Fragen unbeantwortet. Auch diese Lücke soll das BG-Blättle füllen, in dem es eine Plattform bietet für Fragen, die uns bewegen. Vielleicht interessiert es, wie es wohl in den Hauskreisen so weitergeht, wie unsere Alleinstehenden diese Zeit überstehen, wie ein Livestream-Gottesdienst entsteht, welche "Sonderaufgaben" die Hauptamtlichen jetzt wahrnehmen, mit was sich der Brüdergemeinderat beschäftigt und, und ... Wer hat konkrete Fragen oder kann mit eigenen Erfahrungen etwas beitragen? Was wird besonders vermisst in dieser schwierigen Zeit? Bitte schreibt uns, was besonders interessiert. Wir versuchen das in den nächsten Ausgaben des BG-Blättle zu behandeln.

Wilhelm Kammer

 

Impressum

Herausgeber: Pfr. Jochen Hägele, Ev. Brüdergemeinde Korntal
Telefon: 0711/839 87 80

Erscheinungswseise: Wöchentlich am Samstag
Redaktion: Wilhelm Kammer, Hoffmanstr. 8
Beiträge: bis Do. 12.00 an rw.kammer@t-online.de

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