Warum kam Jesus bei Ochs und Esel zur Welt?

Weihnachten im eigenen Stall – so lautet unsere Weihnachtsüberschrift

Aber warum überhaupt Stall? Warum kam Jesus bei Ochs und Esel zur Welt?

Warum nicht Residenz oder Festsaal oder Palast? Wäre solch eine location nicht standesgemäß für den König der Welt? Warum kommt Jesus im Stall zur Welt? Vier Antworten helfen weiter:

  • Weil Jesus ein König der ganz anderen Art ist. Nicht Geld, Pracht, Machtentfaltung sind die Quellen, die sein Königtum speisen. Ganz im Gegenteil. Er ist ein König aus „Anderland“, hat andere Maßstäbe. Jesus blendet Menschen nicht mit Glanz und Glamour. Er bestimmt nicht durch Gewaltandrohung und Machtausübung. Er kommt in die Tiefen des Alltags, in die Niederlagen des Lebens, in die stickigen und schmutzigen Winkel, die jeder irgendwo hat. Er kommt nicht dominant, sondern demütig und dienstbereit. Er kommt zwar von ganz oben, aber er teilt mit uns das ganz-tief-Unten.
  • Weil Jesus das Elend der Welt nicht nur ansieht, sondern annimmt. Er teilt das Los der Ungezählten, die in zugigen Weltblechhütten, auf stinkenden Müllplätzen und in elenden Slums leben müssen. Damit zeigt er ihnen: ich habe euch nicht vergessen, ich wohne unmittelbar bei euch. Und er lehrt uns Wohlstandsbeschenkten: nur wer teilt, wird wirklich reich. Verzicht wird zum Gewinn.
  • Weil Jesus sich von jedem finden lässt. In einen Königspalast wären die einfachen Hirten nicht eingelassen worden. Zu einem imposanten Tempel hätten die heidnischen Weisen keinen Zutritt erhalten. In eine Villa hätten nur geladene Gäste in feinem Zwirn kommen können. Aber in den offenen, windigen Stall darf jeder rein. Und dieser Ort lässt keine Unterschiede zu. Hier steht allen die Türe offen. Damals und heute.
  • Schließlich stellt der Stall ein Improvisationsquartier dar. Die Menschen damals in Bethlehem hatten keinen freien Raum für den neuen Himmels-Erden-Bürger. Die guten Stuben waren alle belegt. Also schob man ihn ab ins Hinterhaus. Im Stall kann er aber doch nicht bleiben! Wie wäre es wir bieten ihm ein zuhause an bei uns persönlich? Der Apostel Paulus hat das gemacht und es so beschrieben: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Jesus Christus lebt in mir“. Heißt für uns: Jesus ein Zuhause geben in meinem eigenen Lebenshaus. Jesus im eigenen Stall.

Wer ihn reinlässt, erlebt wahrhaft fröhliche Weihnachten.

Jochen Hägele

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