Tag der Arbeit und himmlische Vollbeschäftigung

Tag der Arbeit und himmlische Vollbeschäftigung

Der 1.Mai ist zweifellos eine große soziale Errungenschaft, den streitbare Vorfahren auch für uns errungen haben. Menschenwürdige Arbeit bei gerechtem Lohn! Und in unseren unsicheren Zeiten voller Arbeitsplatzsorgen gewinnt dieser Tag für viele nochmals eine besondere Bedeutung. Wie dankbar ich werde, dass ich Arbeit habe. Und wie sorgenvoll die Gedanken von denen sind, die unter Kurzarbeit leiden, oder deren Selbständigkeit und damit ihre Existenz bedroht ist.

Ich denke aber noch weiter. Mir kommt ein Arbeitgeber der außergewöhnlichen Art in den Sinn: Jesus Christus. Bei ihm gibt es Aufgaben ohne Ende. Er setzt jeden gemäß seinen Fähigkeiten und Gaben ein, und er bringt alle weiter. Bei ihm gibt es keine Kündigung. Im Gegenteil: in der Jesus AG herrscht Arbeitskräftemangel. Für seinen Betrieb sucht er nicht die Besten, sondern jede und jeden. Jeder bekommt bei ihm eine Chance – und eine zweite – und eine dritte …

Niemand ist zu jung und keiner zu alt für sein Team. Und welch guter Chef er ist! Niemand wir von ihm überfordert. Keiner muss Sorge haben, dass er die Probezeit nicht besteht. Für alle hat er täglich neue Kraft und Motivation. Und jeder ist bei ihm unverzichtbar. Alle schweißt er zusammen durch seinen besonderen Teamspirit.

Er ruft uns in seine Nachfolge, damit er uns an die Arbeit stellen kann: Verbreitung von Liebe, Weitergabe von Zuversicht, Impulsgeber der Hoffnung. Gerade in Corona-Zeiten. Darum geht es.

Welche Aufstiegsaussichten uns erwarten? „Ich bin gekommen, dass ich euch diene mit meiner ganzen Hingabe“ (Markus 10,45). Ein Chef, der sein letztes Hemd gibt für seine Mitarbeiter! Die Karriere geht also nicht nach oben, sondern in die Weite, oder besser: hin zu den Anderen. Er bringt uns vorwärts und macht uns frei. Nicht durch Geld. Denn bei ihm geht’s nicht um Profit, aber um Hilfe und erfülltes Leben.

Im Gottesdienst singen wir über ihn manches Mal so: „Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn“. Genauso ist es. Und genau das können wir jeden Tag mit ihm und bei ihm erleben. Einfach bei ihm melden. Jesus sucht weiter Mitarbeiter. Tag der Arbeit ist bei ihm an jedem Tag.

Pfr. Jochen Hägele

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