Johannistag

zur Startseite

24. Juni – Johannistag

 

Für den 24. Juni steht in meinem Pfarr-Kalender: „Tag der Geburt des Täufers (Johannes)“.

Danach folgt ein Bibelwort: „Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. (Joh 3,30)

Wir haben diesen besonderen Tag im Kirchenjahr fast vergessen. Wir freuen uns aber über den Geschmack von Johannisbeeren. Und manche wissen noch um sogenannte Johannisfeuer. Was ist also dran, an diesem Tag?

Um es gleich zu sagen: er ist mehr als nur ein weiterer Gedenktag im Kalender. Denn der 24. Juni steht ganz bewusst gegenüber zum 24. Dezember. Johannis (24.6.) und Weihnachten (24.12.) sind die beiden Pole im Jahreslauf. Schließt mit Weihnachten das Kalenderjahr ab, so steht Johannes in der Mitte, besser auf der Höhe, des Jahres. Dies können wir konkret im Alltag erkennen. Bisher wurden die Tage länger und die Nächte kürzer. Jetzt aber dreht es sich um. So stehen sich also Johannistag und Christgeburt gegenüber

Aus diesem Grund wurde der 24.Juni in der Kirchengeschichte zum Johannistag erklärt. Wir erinnern uns an Johannes den Täufer und an seine Botschaft. Er selbst war nicht nur der, der die Menschen in Israel zur Umkehr und zur Taufe aufgerufen hat. Er war auch der, der den Messias ankündigte. „Nach wird einer kommen, der vor mir gewesen ist.

Johannes der Täufer war also der Wegbereiter. Er war wie ein lebendiger Hinweis auf Jesus Christus. Er war ein Botschafter, der eine kommende neue Zeit anzeigte. Und tatsächlich: Bevor Jesus öffentlich wirkte, lies sich Jesus von Johannes taufen. Dann trat er auf und verkündigte das Reich Gottes und lud Menschen in seine Nachfolge sein.

Das ist das Bemerkenswerte beim Täufer: Er redet nicht über sich, er redet von Jesus Christus. Er macht kein großes Aufheben über seine Qualitäten. Er hält Ausschau nach dem, der die Welt neu macht. Er selbst stellt sich in den Hintergrund, damit Jesus in den Vordergrund kommt: „ER muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

Jesus Christus soll das entscheidende Gewicht bekommen. ER ist das Zentrum. Das Zentrum der Geschichte, das Zentrum der Kirche – und auch das Zentrum in meinem Leben. Denn schließlich tragen wir ja auch seinen Namen. Wir nennen uns nach ihm: Wir sagen, wir sind Christen. Christusleute.

Der Johannistag beinhaltet für mich diese wunderbare Botschaft: ich darf ein Christusbote sein. Er soll wachsen, größer werden, an Gewicht gewinnen in meinem Herzen und in meinem Denken. „ER muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Es stimmt: mit uns wird es mit der Zeit weniger – das spüren wir im Alter besonders. Aber das andere hilft uns umso mehr: Jesus soll wachsen. Ich darf ihm mehr vertrauen. Ich darf ihn um inneren Frieden bitten. Ich darf meine Sorgen bei ihm ablegen. Ich darf jeden neuen Tag unter seinem Segen leben. Und ich will lernen, ihm zu danken für all das Gute, das er mir schenkt.

Ich wünsche Ihnen für die zweite Hälfte des Jahres 2021 einen zuversichtlichen Blick auf Jesus Christus.

Ihr

Jochen Hägele

Jochen Hägele

Pfarrer und Geistlicher Vorsteher
0711/839878 10
haegele@bruedergemeinde-korntal.de

 

Zurück