Die Tür ist eine Person

Türen sind ein Teil unseres Lebens. Türen begleiten uns durch den Alltag. Genau auf solch einen Alltagsgegenstand greift Jesus einmal in Joh 10:7-10 zurück, als er sich mit einer Türe vergleicht:

Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.

Schafställe in Israel zur damaligen Zeit können nicht mit den heutigen Schafställen in Deutschland verglichen werden. Gewöhnlich wurden die Schafe damals tagsüber auf den Weiden gehütet und kamen nachts in den Schafställen unter. Die Schafställe zur Zeit Jesu waren normalerweise eine Fläche unter freiem Himmel, die mit Mauern durch aufgeschüttete Steine abgegrenzt waren. Diese Art von Schafstall konnte ich vor einigen Jahren sogar in Schottland selbst betrachten. Das heißt selbst in Europa ist diese Art von Schafstall nicht ganz unbekannt.

Das Besondere war nun, dass dieser Stall gewöhnlich nur eine kleine Öffnung hatte, durch die die Tiere morgens nach draußen und abends nach innen kommen konnten. Über Nacht hinweg legte sich der Hirte selber in die Öffnung und wurde damit die Türe für den Schafstall. Genau diese Tatsache hat Jesus vor Augen als er von sich als Türe sprach. Jesus sagte: „Ich bin genau diese Türe des Schafstalls. Ich als Person bin die Türe.“ Nichts kann also nach innen oder nach außen kommen, ohne dass es über ihn geht. Die Türe Jesus ist daher eine Person! Sie ist etwas Persönliches, etwas Lebendiges. Also alles andere als unpersönlich oder statisch. Der christliche Glaube ist daher nie eine Kirche, ein Gebäude oder eine Sammlung von Dogmen oder gar das bloße Einhalten von Regeln. Der christliche Glaube ist im Kern eine Person: Jesus Christus! Dieser Jesus will persönlich für dich erfahrbar sein.

Nun stellt sich Jesus in unserem Text aber nicht nur als Türe vor, sondern er nennt den Menschen eine Bedingung. Er beschreibt einen aktiven Schritt, der gegangen werden muss, um errettet zu werden, um eben in Sicherheit zu sein - wie die Schafe in der Nacht. Wörtlich heißt es in V.9: "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden". Dieses kleine Wörtchen wenn deutet diese Bedingung an.

Als Adam und Eva gegen Gott sündigten, mussten sie die Gegenwart Gottes verlassen. Die Bibel beschreibt diese Tatsache mit paradiesischen Zuständen in einem Garten, den sie verlassen mussten. Hinter ihnen wurde quasi die Türe verschlossen. Das Leben hinter der Türe, also die persönliche Gegenwart und Beziehung zu Gott ihrem Schöpfer, war damit vorbei. Doch Jesus kam um unsere Türe zu sein, die damals bei Adam und Eva verschlossen wurde. Er kam, damit du wieder in die persönliche Beziehung zu Gott zurückfindest. Die Türe Jesus ist also unsere Rettung, denn ohne sie verharrt ein Mensch im selben Zustand wie Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus der Gegenwart Gottes. Einen Zustand, in dem die persönliche Gegenwart Gottes und direkte Beziehung zu ihm nicht möglich ist. Die Bibel nennt diese Trennung Sünde! Getrennt sein von Gott ist Sünde. Und aus diesem Zustand „der Sünde“ begeht der Mensch „die Sünden“.

Aufmerksame Bibelleser wissen, dass es nach Gottes Anweisung in der Arche Noah eine Türe gab, durch die man gehen musste, um gerettet zu werden. Da gab es nicht mehrere Türen oder eine kleine Nottüre, über die man sich im Notfall noch retten hätte können. Nein, es gab vielmehr irgendwann ein zu spät. In dem Moment als Gott selbst die Türe, das Angebot, der rettenden Arche schloss. So wie die Arche nur eine Türe hatte um Rettung zu gewähren, so ist auch Jesus die einzige Türe zur Rettung! Die komplette Schrift zeugt von dieser Tatsache – so auch Apg 4:12 "Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen".

Wir leben in einer Zeit, in der dieser Botschaft nicht populär ist. Vielleicht war diese Botschaft auch noch nie populär, doch den Gegenwind, den wir auch hin und wieder in Deutschland, aber vor allem weltweit spüren, macht deutlich, wie sehr doch die Menschen sich an diesem Absolutheitsanspruch Jesu stören. Aber wir sollten das beim Namen nennen, was auch Jesus beim Namen genannt hat.

Viele Menschen sind an dieser Stelle zögerlich und leben nach dem Motto „Abwarten und Beobachten“. Doch die Bibel lehrt uns nicht: „Abwarten und Beobachten“ sondern „Komm und Sieh“! Das entscheidende ist daher, dass die Türe in Anspruch genommen werden muss. Es ist Gott selbst, der in seinem Wort – der Bibel – um die Sicherheit bei ihm wirbt und dir eine neue Lebensqualität verspricht. Doch es ist deine menschliche Verantwortung, ob du darauf reagierst oder nicht. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht so wird er gerettet werden und… und Leben haben und es in Überfluss haben. Das ist Gottes Angebot an dich! Und dazu sind alle eingeladen. Alle heißt alle! Der Schritt „durch die Türe zu gehen“ ist kein lebenslanger Prozess, sondern eine Entscheidung, die ich Gott durch ein Gebet sagen darf.

Andy Messner

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