Wie schmeckt Maikäfersuppe?

Claus Bittner, seines Zeichens königlicher Leibbüchsenspanner seiner Majestät König Friedrich I. von Württemberg, besuchte den Schulbauernhof Zukunftsfelder. In seinem bewegenden Bericht entfaltete er die Zustände und Mißstände des frühen neunzehnten Jahrhunderts aufleben lassen.

 

Das Jahr ohne Sommer 1816 brachte die Bevölkerung im jungen Königreich Württemberg an Rand der Existenz. Weil die Ernte gänzlich ausfiel versuchte die Bevölkerung mit Eichel-Mehl, Gras mit Maikäfern zu Suppen gekocht, Insekten und Larven, Baumrinden, Wildfrüchten und vielem anderen dem Hungertod zu entgehen.

Während der König absolutistisch schwelgte, fehlte es in seinem Königreich an allem.

Kein Wunder, dass sich viele seiner Untertanen mit dem Gedanken trugen auszuwandern. Hinzu kam die restriktive Religionspolitik des Königs, die die Glaubens- und Gewissensfreiheit drastisch einschränkte.

Gottlieb Wilhelm Hoffmann aber fand seine Antwort auf die Krisensituation. Er erhielt nach siebzehn Anläufen die königliche Erlaubnis ein Gemeinwesen mit freier Religionsausübung zu gründen – die Geburtsstunde Korntals im Jahr 1819.

Authentisch und anschaulich nahm Claus Bittner die rund 40 Besucher auf dem Schulbauernhof in diese dramatischen Zeiten mit hinein. Als der königliche Leibbüchsenspanner am Ende aus seinem historischen Vorderlader einen mächtigen Salutschuss zum 200. Geburtstag Korntals abgab war ihm anhaltender Applaus sicher.

Zum gemütlichen Ausklang lud das Küchenteam des Schulbauernhofs zu einer Schmackhaften Kartoffel-/Gemüsesuppe ein – zum Glück ohne Maikäfer.

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