Das Orientierungsjahr beginnt! In Korntal trifft sich die Welt für 10 Monate

Das neue Orientierungsjahr der Brüdergemeinde startet mit 20 Teilnehmern aus 10 Ländern – Warum noch zwei Frauen aus Nepal und Südafrika auf ihre Einreise nach Deutschland warten müssen

Mit Beginn des neuen Schuljahres startet auch in Korntal eine besondere 10-monatige Lebensschule: das Orientierungsjahr der Evangelischen Brüdergemeinde, kurz „Ojahr“. Es richtet sich an junge Erwachsene und steht für berufliche Orientierung, geistliches Wachstum, persönliche Entwicklung und gesellschaftliches Engagement. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des neuen Jahrgangs, meist Kinder von Deutschen im Ausland, kommen aus zehn verschiedenen Ländern: neben Deutschland aus den Niederlanden, Spanien, Italien, der Türkei, aus den afrikanischen Staaten Guinea, Botswana und Gambia sowie aus Bangladesch und Brasilien.

Visa- und Einreise-Probleme

Zwei junge Frauen sitzen jedoch noch immer in Nepal und Südafrika auf ihren gepackten Koffern und warten darauf, zum diesjährigen Ojahr dazu stoßen zu dürfen. Ihre Einreise scheint derweil am behördlichen Hickhack zu scheitern. Dem Leiter des Orientierungsjahres Andy Messner merkt man seinen Frust über die ungeklärte Situation an. „Es gibt Visa-Probleme mit den beiden Interessentinnen“, erklärt er. „Sie haben bis zu zwei Jahre Deutsch am Goethe-Institut gelernt und erfüllen auch sonst alle Vorgaben, die die Botschaften fordern. In der Vergangenheit haben in solchen Fällen das Regierungspräsidium oder das Landratsamt selbstverständlich Visa zur Teilnahme am Ojahr ausgestellt. Dieses Jahr plötzlich nicht mehr. Das hat bei uns völliges Unverständnis ausgelöst“, macht der 43-Jährige seiner Enttäuschung Luft. Allein: Die Hoffnung auf die Einreise der beiden Frauen will der Ojahr-Leiter noch nicht aufgeben. Messner ist weiter im Gespräch mit den Behörden.

Stärkenorientierte Förderung

Denn jeder einzelne ist im Orientierungsjahr wichtig, für jeden lohne sich der Einsatz, sagt Messner. Schließlich hat er es sich zusammen mit seinem Team zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen den Weg in ein selbstständiges Leben zu zeigen, indem er jeden Teilnehmer individuell begleitet und fördert. „Noch nie haben Schulabgänger so viele Möglichkeiten gehabt wie heute. Doch gleichzeitig waren in unserer multioptionalen Gesellschaft auch noch nie so viele von den beruflichen Wahlmöglichkeiten überfordert“, berichtet Andy Messner.

Das Orientierungsjahr setzt mit individuellem Mentoring und lebenspraktischen Workshops zum Entdecken der persönlichen Stärken, Fähigkeiten und Gaben dagegen. „Wir glauben, dass Gott für jeden einen persönlichen Weg hat, weil er die Menschen ja auch einzigartig geschaffen hat“, sagt der Ojahr-Leiter.

Praktische Berufsorientierung

Während des Orientierungsjahrs können die Teilnehmer zudem in drei Berufsfelder hineinschnuppern. Dreiwöchige Praktika im kaufmännischen, handwerklichen, sozialen, verwaltungstechnischen und akademischen Bereich geben Berufsorientierung. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit über 170 Einrichtungen und Betrieben. Themen wie Bewerbungstraining, Umgang mit Zeit und Geld, Persönlichkeitsbildung und biblische Werte werden in Seminarblöcken unterrichtet. Das gemeinsame Leben in Wohngemeinschaften soll darüber hinaus zu einer höheren Sozialkompetenz beitragen.

Das traditionelle Kennenlern-Wochenende auf dem Schulbauernhof Zukunftsfelder in Korntal haben die neuen Ojahrler schon absolviert und dabei ihre so genannten „großen Geschwister“ kennengelernt. Das sind ehrenamtliche Begleiter des Orientierungsjahres, die die Neuen beim Einleben unterstützen. Es ist alles gut angelaufen im mittlerweile 17. Orientierungsjahr. Zur Abrundung dieses vielversprechenden Anfangs fehlen eben nur noch die beiden aus Nepal und Südafrika. Aber die Hoffnung geben die Korntaler ja so schnell nicht auf – das wäre ganz gegen ihre Natur.

www.orientierungsjahr.de

Foto: Die neuen Ojahrler und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende stellen sich vor.
Foto-Download

Information: Andreas Messner, andy.messner@ojahr.de, T: 0711. 83987830

Medienkontakt: Gerd Sander (Leiter Kommunikation), g.sander@diakonie-bgk.de, M: 0163.7442222

Pressestelle des Evang. Brüdergemeindewerks Korntal, Saalplatz 1, 70825 Korntal-Münchingen, T: 0711.839877-0, presse@diakonie-bgk.de, www.bruedergemeinde-korntal.de

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