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Gemeindearbeit
 
 
 

So werden Gemeinden diakonisch

Christliche Gemeinden werden sich in Zukunft stärker den materiellen und geistlichen Nöten ihrer Mitmenschen stellen müssen. Diese Hilfen erstreckten sich auf nahezu alle Bereiche des Lebens, wie Erziehung, Partnerschaft, die Gestaltung des Alters sowie den Umgang mit Ausländern und die Berufsfindung Jugendlicher. Darauf haben Pfarrer Michael Wanner und Geschäftsführer Wolfgang Lorenz von der Ev. Brüdergemeinde beim Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf in ihrem Seminar zum Thema "Wie kann eine Gemeinde diakonisch wirken?" aufmerksam gemacht. Für Gemeinden gebe es dabei viele Möglichkeiten, zeitgemäße diakonische Aktivitäten zu entwickeln, die weder große organisatorische noch finanzielle Vorleistungen erforderten.

 

Ein guter Einstieg, um diakonisches Handeln in der Gemeinde zur Entfaltung zu bringen, sei beispielsweise die Arbeit unter ausländischen Mitbürgern. Über das Angebot an Sprachkursen, Hausaufgabenbetreuung für Schüler und der Hilfe bei Behördengängen seien Migranten sehr dankbar. „Für diese Menschen ist das eine großartige Möglichkeit, in die deutsche Gesellschaft hineinzufinden und Freunde zu gewinnen, sagte der Geschäftsführer der Ev. Brüdergemeinde, Wolfgang Lorenz. Weitere Betätigungsfelder seien moderierte Eltern-Treffs, um Tipps zur Erziehung auszutauschen und Hilfen für Jugendliche, die nach einem geeigneten Beruf Ausschau hielten. „In nahezu jeder Gemeinde gibt es Leute mit Personal- und Führungserfahrung. Beispielsweise könnten sie ein Bewerbungstraining anbieten“, so Lorenz.

 

Zusammenarbeit mit Einrichtungsdiakonie

Die Referenten machten den Gemeinden zugleich Mut, auf die örtliche Einrichtungsdiakonie zuzugehen und Hilfe anzubieten. So sei das Personal in Altenzentren oft sehr dankbar, wenn sich ehrenamtliche Mitarbeiter fänden, die mit alten Menschen spazieren gehen oder ihnen vorlesen. Desweiteren berichteten Wanner und Lorenz von Senioren der Brüdergemeinde, die regelmäßig Kindern der Kinderheime zeigen, wie sie ihre Fahrräder reparieren können. Eine andere ehrenamtliche Mitarbeiterin, die professionelle PC-Kurse anbietet, gebe Computerkurse für Jugendliche in der Jugendhilfe. Auch ein Kleidermarkt habe in Korntal Furore gemacht. Hier wird neuwertige Damenkleidung zu sehr günstigen Preisen angeboten und so für Frauen mit niedrigem Einkommen erschwinglich. Ebenso verwies Michael Wanner auf ein Pflegeelternprogramm. Hier seien insbesondere christliche Eltern gefordert, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie einem Kind aus schwierigen familiären Verhältnissen ein Zuhause auf Zeit gewährten und sie mit einem christlichen Lebensstil vertraut machten. „Die überwiegende Anzahl dieser Initiativen sind ohne großen Aufwand durchführbar. Was es vor allem braucht, ist eine Analyse des Bedarfs und ein Herz für die Menschen, denen man sich widmet“, so Michael Wanner.

 

Die Ev. Brüdergemeinde betreibt seit ihrer Gründung 1819 verschiedene diakonische Einrichtungen. Heute gehören zur Diakonie der Ev. Brüdergemeinde fünf Jugendhilfeeinrichtungen, Kindergärten, ein Altenzentrum sowie ein im Bau befindlicher Schulbauernhof. Diese Einrichtungen sind Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg. Zum Bereich diakonischer Gemeindearbeit zählen unter anderem ein Orientierungsjahr für junge Christen sowie eine Arbeit unter ausländischen Mitbürgern.

 

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