28.04.2010 19:41

Kinder einer Wohngruppe des Hoffmannhauses Korntal mit Landrat Dr. Rainer Haas in der Bildmitte sowie dem Vorsteher der Ev. Brüdergemeinde, Dieter Messner
K o r n t a l / 28. April 2010 – Einen Einblick in die vielfältige Arbeit der Diakonie der Ev. Brüdergemeinde verschaffte sich jetzt der Landrat des Landkreises Ludwigsburg, Dr. Rainer Haas, anlässlich eines Besuchs in Korntal. Landkreis und Diakonie arbeiten an vielen Stellen zusammen: Die Jugendhilfeeinrichtungen Hoffmannhaus, Flattichhaus sowie die Johannes-Kullen-Schule, in denen insgesamt über 400 Kinder und Jugendliche betreut werden, sowie das Altenzentrum sind Partner des Dezernates Jugend und Soziales des Landkreises und auch bei der Planung des neuen Schulbauernhofs Zukunftsfelder arbeiten die Fachleute intensiv zusammen.
Die Diakonie ist für Dr. Rainer Haas also alles andere als unbekannt und, wie er selbst sagte, „ein wichtiger und nicht wegzudenkender Partner“ seiner Behörde. Auch das Familienzentrum, das 2004 als erstes seiner Art im Landkreis gegründet wurde, interessierte den Landrat. Neben dem offenen Kurs- und Vortragsangebot gibt es an der Wilhelmsdorfer Straße 8 viele weitere, vom Landkreis geförderte Angebote, wie eine Kinderschutzfachkraft, die L.I.F.E Pflegefamilien, das Projekt „Stärke“ für junge Eltern, Erziehungsbeistandschaft, sozialpädagogische Familienhilfe und Gruppen für Kinder in Trennungssituationen. Seit knapp einem Jahr gibt es darüber hinaus die Praxis einer Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche im Haus.
Ebenso zur Sprache kam das sozial-diakonische Engagement der Brüdergemeinde für die Menschen in Korntal-Münchingen, beispielsweise in der Arbeit unter Migranten und im Orientierungsjahr, einem Berufsfindungsjahr für junge Menschen. Dr. Rainer Haas lernte darüber hinaus die „Helpline“ für Menschen in Not und Krisen kennen, die sich gerade im Aufbau befindet.
Auf dem Gelände des Hoffmannhauses besuchte er anschließend die Johannes-Kullen-Schule, einzige Schule für Erziehungshilfe im Landkreis, ließ sich das Therapeutische Reiten vorführen und schaute in einer Wohngruppe des Hoffmannhauses vorbei. Hier erwarteten ihn wissbegierige Kinder. So wollte Fabian wissen: „Haben Sie einen Bodyguard?“ Diese Frage musste Dr. Rainer Haas ebenso verneinen wie die nach einem möglichen Privatflugzeug, mit dem er, so hatten die Kinder gemutmaßt, von seinem Amtssitz in Ludwigsburg nach Berlin fliege. Wozu man überhaupt einen Landrat brauche beantwortete der Amtsinhaber ebenso gewissenhaft wie die Erkundigungen nach seinem Privatleben. So bekamen die Kinder heraus, dass Dr. Haas gerne im Urlaub ins Ausland verreist, bevorzugt bergwandert, wenn es sein Terminplan erlaubt selber kocht und am liebsten Fisch isst. Auch persönliche Erfolge hatten die Kinder zu vermelden. So hörte der Landrat, dass Emilia heute „viel konzentrierter Hausaufgaben machen kann als früher“ und „nicht mehr so aggressiv ist“. Paul ist stolz, dass er es bereits vor zwei Jahren von der Sonderschule auf die Realschule geschafft hat – kleine Erfolge im Bemühen von Landkreis und Jugendhilfeeinrichtung, die Kinder in ein eigenständiges Leben zu begleiten.