22.11.2010 12:18

Eltern sollten Kinder mit Medien nicht alleine lassen

Experten: Die ungehemmte Nutzung von Fernseher und Computer verursacht schlechte Schulnoten – Medien-Fasten gegen Vereinnahmung


K o r n t a l / 22. November 2010 – Zu einem kritischen Umgang mit Medien ruft der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien Wetzlar (früher Evangeliums-Rundfunk), der Journalist Jürgen Werth, auf. So sollten Eltern ihre Kinder beim Umgang mit Internet, Fernsehen und Spielkonsolen anleiten und sie nicht alleine lassen. „Eltern sollten ihre Kinder begleiten und beaufsichtigen“, schreibt Jürgen Werth in der neuen Ausgabe des Magazins AKZENTE der Diakonie der Ev. Brüdergemeinde Korntal. Je brutaler die Inhalte im Fernsehen und je häufiger der Umgang mit Computerspielen, desto schlechter seien die Schulleistungen. Eine Studie des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen habe gezeigt, dass Viertklässler mit eigenem Fernseher, PC oder Spielkonsole in Deutsch, Mathematik und Sachkunde größere Schwierigkeiten hätten als gleichaltrige Kinder, die diese Geräte nicht unbeaufsichtigt nutzten. Zur Begründung führt Werth an: „Das nur flüchtig gespeicherte Schulwissen wird durch die Bilder der Spiele verdrängt.“ Werth empfiehlt, eine kritische Distanz gegenüber Medien aufzubauen und nicht alles hinzunehmen, was präsentiert wird. „Wir sollten Sendungen, Zeitschriften und Internetangebote ignorieren, die nur die Zeit stehlen und uns an die Redaktionen mit konstruktiver Kritik wenden.“ Auch ein bewusstes Medien-Fasten sei eine Möglichkeit, sich nicht von Medien vereinnahmen zu lassen: „Halte ich es sieben Wochen oder nur einen Tag ohne Fernseher oder Internet aus?“, so Werth.

 

Ein weiterer Schwerpunktartikel der neuen AKZENTE-Ausgabe beschäftigt sich mit der Internet-Nutzung von Teenagern. Autorin Ellen Nieswiodek-Martin, selbst sechsfache Mutter, beschreibt, was Kids am Internet fasziniert und auf welchen Seiten sie sich am liebsten tummeln. Zur Sprache bringt sie ebenso die Gefahren, die mit diesem Medium verbunden sind, beispielsweise der freie Zugang zu Pornographie und das zunehmende „Cyper-Mobbing“ bei Bewertungsportalen und sozialen Netzwerken wie SchülerVZ. Neben einem Pro & Contra, das sich mit den Chancen und Gefahren des Internets für Vorschulkinder beschäftigt gibt es das Porträt eines Mannes, der sich offen zu seiner früheren Internet-Sex-Sucht bekennt. Ein großes Interview zum neuen Schulbauernhof Zukunftsfelder der Diakonie der Ev. Brüdergemeinde Korntal unter dem Motto „Kinder zurück zur Natur“ und der „Brennpunkt Leben“ zu den Auslösern und der Therapie von Parkinson finden sich ebenso in der neuen AKZENTE-Ausgabe, die kostenlos abonniert werden kann (info@diakonie-bgk.de) und in vielen Geschäften, den Kindergärten sowie in den Rathäusern von Korntal-Münchingen zum Mitnehmen ausliegt. Mehr zur Diakonie unter www.diakonie-korntal.de.