30.04.2010 11:40

Große Freude über die erstklassige Bewertung durch den MDK: Pflegepersonal und Bewohnerinnen des Altenzentrums Korntal.
K o r n t a l / 30. April 2010 – Jetzt haben es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Altenzentrums der Ev. Brüdergemeinde Korntal schwarz auf weiß: Ihre Arbeit verdient die Note Eins. Diese Zensur ist das Ergebnis einer unangemeldeten Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK). Am 24. Februar erschienen vier Prüfer im Haus an der Friederichstraße im Herzen von Korntal, die akribisch die Pflege von acht Bewohnern des Pflegeheims beobachteten, diese befragten und sich anschließend ein Urteil bildeten, das nun im Internet detailliert einsehbar ist. Unter dem Strich verdiente sich das Altenzentrum eine 1,2. Für die Leiterin der Einrichtung, Esther Zimmermann ein weiterer Beweis dafür, dass die Altenpflege viel besser ist als ihr Ruf.
Der MDK testete und befragte in den Bereichen „Pflege und medizinische Versorgung“, „Umgang mit demenzkranken Bewohnern“, „Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung“ sowie „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene“. In diesen Teilbereichen gab es eine separate Note, die zu einer Gesamtbewertung führte. Die Prüfer schauten dem Pflegepersonal dabei genau auf die Finger: Wie wird der Bewohner gelagert, welches Essen bekommt er, wie sehen die aktivierenden Angebote des Hauses aus? Die ins Auge gefassten Personen wurden zudem einer genauen körperlichen Untersuchung unterzogen. Ermittelt wurde, ob sie hygienisch, medizinisch und körperlich fachgerecht behandelt werden. Ebenso ließen sich die Prüfer relevante Unterlagen über die Bewohner zeigen.
„Das ist eine unglaubliche Anerkennung für unsere Mitarbeiter“, sagt Esther Zimmermann. Sie fügt hinzu: „Es zeigt sich mal wieder, dass die Altenpflege viel besser ist als ihr Ruf.“ Denn der hohe Standard der Pflegeheime in Baden-Württemberg, der sich in der Durchschnittsnote von 1,2 aller bisher MDK-geprüften Heime dieses Bundeslandes ausdrücke, sage doch alles, so die Chefin über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie bedauert, dass trotz dieser Ergebnisse der Ruf der Altenhilfe in der Öffentlichkeit ziemlich ramponiert sei. Viel lieber nämlich berichten die Medien ihrer Meinung nach über die Zustände in schlechten Pflegeheimen. Esther Zimmermann bedauert das Zerrbild, das dadurch entstanden ist. Die Pauschalität, mit der über die Pflege an sich geurteilt werde, habe nicht nur das Pflegepersonal sehr mitgenommen. „Wir brauchen künftig mehr Pflegekräfte, um unseren Standard halten zu können“, ergänzt sie, „doch wie sollen sich junge Leute für diesen Beruf interessieren, wenn er so negativ dargestellt wird?“
Dass der Zivildienst auf nur noch ein halbes Jahr verkürzt wird, sieht sie als weiteren schweren Eingriff in die Möglichkeiten der Altenhilfe. „Ich finde die Entscheidung der Bundesregierung sehr bedauerlich. Wir werden uns in Zukunft überlegen müssen, in welchen Bereichen wir überhaupt noch verantwortungsvoll Zivildienstleistende einsetzen können, weil die Zeit so kurz ist“, so Esther Zimmermann. „Der Zivildienst war immer eine gute Möglichkeit, junge Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen. In sechs Monaten Interesse für einen sozialen Beruf zu wecken, ist definitiv zu wenig. Wie können wir künftig jungen Menschen nahebringen, dass Menschen füreinander sorgen und aufeinander achten müssen?“
Dankbar ist man im Altenzentrum Korntal, dass man auf fast 100 ehrenamtliche Helfer zurückgreifen kann, die genau dies verinnerlicht haben und den Bewohnerinnen und Bewohnern über die professionelle Pflege hinaus auf vielfältige Weise Zuneigung und Achtung schenken. Esther Zimmermann wünscht sich, dass die Pflege alter Menschen in Zukunft immer stärker aus dem gesellschaftlichen Schatten heraustritt – und wenn es dafür weiterer erstklassiger Zeugnisse bedarf.
Das Ergebnis des Prüfungsberichtes des MDK ist auf der Internetseite www.pflegelotse.de einzusehen. Mehr über das Altenzentrum Korntal gibt es auf www.altenzentrum-korntal.de.